Am 1. Oktober 1969 wurde die Musikschule als städtische Institution –
dem Jugendamt angeschlossen – gegründet. Allerdings liegen ihre
wirklichen Anfänge noch einige Jahre weiter zurück. Bereits im Jahr
1960 bot das Jugendamt der Stadt im Rahmen der Jugendpflegearbeit
Blockflöten- und Mundharmonikerkurse sowie offene Singstunden an.
Dieses Anfangsangebot erweiterte sich bald mit dem Unterricht im Fach
Violine, einer Kammermusikgruppe und einem Orff-Spielkreis. nachdem
im Jahr 1968 7 nebenamtliche Lehrkräfte unter der Führung von
Dr. Walter Kaiser bereits 290 Schüler unterrichteten, erkannte die
Verwaltung der Stadt die Notwendigkeit der Erweiterung des instrumentalen
Angebots, um die jugendpflegerische Arbeit noch besser stützen zu können. Die zunächst nebenamtliche Leitung übernahm Hilmar Krause, zu jener Zeit hauptamtlich als Studienrat am hiesigen neuen Gymnasium tätig. 1979 sollte daraus eine hauptamtliche Leitertätigkeit werden. Von zunächst 301 Schülern im Jahr 1970 steigerte sich die Anzahl der unterrichteten Kinder und Jugendlichen bis zum Jahr 1979 auf ca. 900.

Im Oktober 2000 übernahm Hildegard Barth, seit 1971 stellvertretende Schulleiterin und hauptamtliche Lehrkraft für Klavier, die hauptamtliche Leitertätigkeit. Die folgenden Jahre sollten sich zu einer echten Belastungsprobe für die Musikschule entwickeln. Die Verwaltung der Stadt Heiligenhaus sah sich gezwungen, ein Haushaltssicherungskonzept zu erstellen. Nach vielen schwierigen Verhandlungen gelang es, den Fortbestand der Musikschule zu sichern.

Seit Januar 2004 werden die Leitungsgeschäfte von einem Team – Claudia Krausse, Andreas Dietrich, Christopher Thomas – erledigt. Die Schülerzahl hat sich auf ca. 600 eingependelt. Das Unterrichtsangebot umfasst nach wie vor die Grundkurse, die Tasten-, Streich-, Holz- und Blechblas-, Zupf- und Schlaginstrumente, die Ausbildung im Sologesang, sowie die Mitwirkung in verschiedenen Ensembles.

In den ersten Jahren fand der instrumentale Unterricht in verschiedenen Räumlichkeiten statt: in der Gemeinschaftsgrundschule Schulstraße, in der Berufsschule am Südring, im neu entstandenen Gymnasium. Die Grundausbildungskurse wurden und werden auch heute noch in den Grundschulen der Stadt angeboten, um den jüngeren Schülern einen weiten Weg zu ersparen.

Das ständige Ansteigen der Schülerzahl erschwerte ein zeitlich günstiges Unterbringen des Instrumentalunterrichts in den oben genannten Gebäuden. So war man recht glücklich, dass man den Hauptbereich des Instrumentalunterrichts im September 1975 in die für diesen Zweck umgebaute "Villa Küpper", In der Blume 8, verlegen konnte. Auch die Nähe der Aula, in der das Sinfonieorchester, das Blasorchester und das Akkordeonorchester, sowie das Vororchester proben, und die Nähe des Gymnasiums, in dem einige Räume für den Unterricht der Musikschule genutzt wurden, tragen bis heute zu einer günstigen Unterrichtsplanung bei.

Nach sich immer stärker zeigenden bautechnischen Mängel am Gebäude "In der Blume 8" hat es nun ein glückliches Geschick gefügt, dass die Musikschule ihr neues Zuhause, nämlich das renovierte und restaurierte Berufsschulgebäude am Südring beziehen konnte. Seit Januar 2007 findet zum ersten Mal seit Gründung der Musikschule aller Unterricht – mit Ausnahme der Grundausbildung – in einem Haus statt.

Im Jahre 1979 hat sich der Elternbeirat der Musikschule zur Gründung eines Fördervereins entschlossen, um die Belange der Schule unabhängig von den Verpflichtungen des Schulträgers ideell und materiell zu unterstützen. Diese Einrichtung hat sich seitdem unaufhörlich bewährt, konnten doch mit Hilfe des Fördervereins viele Instrumente neu angeschafft, aufwändige Reparaturen und Überholungen durchgeführt, Orchesterfreizeiten und Fortbildungsmaßnahmen von Lehrkräften unterstützt werden. Dabei wurden die Aufgaben eines Elternbeirates nie aus den Augen verloren. Das wurde besonders deutlich bei dem außerordentlichen Einsatz des Fördervereins im durch die Verwaltung der Stadt ins Leben gerufenen "Arbeitskreis Musikschule", in den Jahren 2002/2003. Hierbei gelang es nicht nur, den Fachbereich Gitarre zu erhalten, sondern letztendlich auch den Fortbestand der Musikschule zu sichern. (Hildegard Barth, 2007)